Infos vor einer Implantation

Vor einem implantologischen Eingriff sollte der Patient in einem ausführlichen Gespräch mit ihrer Fachzahnärztin alle wichtigen Informationen erhalten, ohne dass der Patient sich zu einer Maßnahme gedrängt fühlt. Ebenso soll er seine eigenen Beweggründe darlegen, auch wenn sie nicht mit den Kriterien übereinstimmen, bei denen eine Fachzahnärztin eine Implantation empfiehlt.

Auf jeden Fall sollte ein Eingriff nur dann durchgeführt werden, wenn alle Voraussetzungen für einen langfristigen Erfolg der Behandlung gegeben sind. Es sollte sichergestellt sein, dass die Motivation, Wünsche, Ängste und auch Vorstellungen des Patienten zur Verbesserung der Lebensqualität berücksichtigt werden. Wichtig ist es dabei auch im Vorfeld in Erfahrung zu bringen, wie es zu dem Zahnverlust kam und wie der Patient zur Wertigkeit des Zahnverlustes und seinen eigenen Zähnen eingestellt ist.

Im Gegenzug sollte die Fachzahnärztin den Patienten ausführlich aufklären, sowohl in Bezug auf das Krankheitsbild, den Ablauf der Behandlung, eventuelle Risiken, alternative Therapieformen und letztendlich auch die anstehenden Kosten.

Nicht nur der physische Zustand des Patienten spielt bei dem Eingriff eine Rolle, sondern auch die psychische Verfassung und die intellektuellen Vorraussetzungen. Bei einer psychischen Instabilität wäre es ratsam den Eingriff nach hinten zu verschieben. Ebenso muss gewährleistet sein, dass der Patient die notwendige Geschicklichkeit und Beweglichkeit mit sich bringt, um mit einem komplizierten herausnehmbaren Zahnersatz zu Recht zu kommen.

Das umfangreiche und ausführliche Gespräch zwischen dem Patienten und seiner Fachzahnärztin bestimmt somit auch stark über den Erfolg der Therapie.

Voraussetzungen

Wichtig vor dem Einsetzen von Implantaten, vor allem bei Patienten mit Vorerkrankungen und älteren Patienten, ist eine Untersuchung durch einen Internisten, da eine Narkose oder Betäubung ansteht. Um eventuelle Risiken auszuschließen und im Vorfeld wenn nötig weitere Fachärzte hinzu zu ziehen, ist die Berücksichtigung einer ausführlichen Krankengeschichte unabdingbar.

Um Komplikationen weitestgehend zu vermeiden oder eventuell entstehende Komplikationen beim Eingriff zu bewältigen, ist beim chirurgischen Eingriff des Implantationsverfahrens ein geschultes Operations-Team erforderlich.
Damit die nötige Hygiene ununterbrochen gegeben ist, ist ein aseptischer Operationsraum Voraussetzung, ebenso die Möglichkeit der chirurgischen Händedesinfektion,  die Sterilität aller Standardinstrumentarien und der entsprechenden Kleidung (Kopfbedeckung, Mundschutz und Gummihandschuhe).

Implantationsmethoden

Die zahnärztliche Implantation erfolgt bei örtlicher Betäubung und verläuft daher schmerzfrei. Zuerst wird die Schleimhaut an der betroffenen Stelle zur Seite gelegt, dann wird das Implantatbett stufenweise, je nach Patient aufbereitet. Nachdem das Implantat eingesetzt wurde, wird das Zahnfleisch wieder vernäht, dessen Wundheilung normalerweise nach einem Zeitraum von 10 Tagen abgeschlossen ist. Die anschließende Einheilphase in den Kiefer dauert bedingt durch die unterschiedliche Knochendichte in Ober- und Unterkiefer unterschiedlich lang. So beträgt sie im Oberkiefer ca. 5 bis 6 Monate und im Unterkiefer ungefähr 2 bis 3 Monate. Ein provisorischer Zahnersatz ist in dieser Zeit notwendig.

Bei einem einteiligen Implantat erfolgt die Eingliederung der Suprakonstruktion direkt nach der Einheilzeit. Bei mehrteiligen Implantaten wird das Gewinde wieder freigelegt und der Implantathals und das Kopfteil werden eingeschraubt, wo nach die Suprakonstruktion eingegliedert werden kann.

Bei den Implantationsmethoden unterscheidet man zwischen offener und geschlossener Einheilung.

Bei der offenen Einheilung steht das Implantat schon während der Einheilzeit in Kontakt mit der Mundhöhle. Der Implantathals überragt die Knochenoberfläche in Höhe des Zahnfleisches. Eine Schleimhautbindegewebsmanschette bildet sich um das Implantat und ein bindegewebiger Verschluss bildet sich um den Implantatshals, auf welchem nach der Einheilzeit ohne weitere Operation der Implantatkopf aufgeschraubt werden kann. Vorteilhaft an dieser Vorgehensweise ist die mögliche Sofortversorgung bei Komplikationen und die vollständige Abheilung der Schleimhaut nach der Einheilzeit.

Nachteilig wirken sich hier jedoch eine höhere Infektionsgefahr sowie ein eventuell sichtbarer Implantatrand aus. Zudem kann es in der Einheilphase durch Prothesen- oder auch Kaudruck zu einer unerwünschten Belastung des Zahnimplantats kommen.
Anders als bei der offenen Einheilung sind in der geschlossenen Einheilung zwei Operationen notwendig.

Die Schleimhaut wird nach dem Eingriff (dem Einsetzen des Implantats in den Kieferknochen) über dem Implantat dicht vernäht. Für die anschließende prothetische Versorgung wird es nach einer Einheilzeit von 2 bis 6 Monaten erneut freigelegt. Vorteilhaft an diesem Verfahren ist die ungehinderte Einheilung am Implantat ohne eine Bildung von Zahnfleischtaschen.

Planung und Planungsziel

Eine genaue und umfangreiche Planung der chirurgischen Maßnahme und der Versorgungsphase ist Vorraussetzung für einen implantatprothetischen Eingriff. Es kann negative Folgen nach sich ziehen, die eventuell nicht mehr behoben werden können, wenn bereits in der Planungsphase Fehler auftreten und relevante Gesichtspunkte unbeachtet bleiben.

Implantationen und Zahnersatz sollten, um Gebrauchsfähigkeit, Ästhetik, Sicherhalt und Haltbarkeit zu gewährleisten, sorgfältig durchgeplant werden.  Hierzu sind diverse klinische Untersuchungen sowie Röntgen- und Modellanalysen nötig, in komplizierten Fällen auch Computertomographien oder Spezialaufnahmen. Der digitale Volumentomograph in Kombination mit der modernen Navigationstechnologie erzielt eine optimale dreidimensionale Darstellung des Kiefers unter geringer Strahlenbelastung.
Unter Berücksichtigung der Gebrauchsfähigkeit des geplanten Implantats, der biomechanischen Funktion und Statik der Prothetik sowie der Funktionalität, Ästhetik und auch der Sicherheit der Implantate und des Zahnersatzes erfolgt eine gewissenhafte Planung der implantologischen Maßnahme. Vor allem wird hierbei auf die Anatomie und die röntgenologische Bewertung des Knochens geachtet, sowie auf die Analyse krankhafter Veränderungen.

Sollten größere Maßnahmen geplant sein, besonders in Verbindung mit einem geplanten Knochenaufbau, sollte sich der Patient einer allgemeinärztlichen Untersuchung unterziehen. Auch nötig ist diese, wenn es Hinweise auf Erkrankungen gibt.

Vorbereitung

Sobald sich der Patient, nach allen Untersuchungen und Vorbehandlungen und ausführlicher Beratung über die anfallenden Kosten und die geplante implantologische Maßnahme, zu einer Operation entschlossen hat, kann ein Termin vereinbart werden.
Alle Überprüfungen des Knochenangebotes und eventuelle knochenaufbauende Maßnahmen müssen zu diesem Zeitpunkt abgeschlossen sein. Außerdem müssen alle benötigten Unterlagen, wie Röntgenbilder, Kiefermodelle und Schleimhautdickenmessungen vorliegen.

In den meisten Fällen erfolgt die Operation ambulant unter lokaler Betäubung des Implantationsbereiches. Bei komplizierten und umfangreichen Eingriffen, wie auch bei größeren Knochenaufbaumaßnahmen, kann eine Vollnarkose unter Hinzuziehung eines Anästhesisten nötig sein, eventuell sogar eine stationäre Aufnahme.

Bei äußerst nervösen oder ängstlichen Patienten empfiehlt sich ein leichtes Beruhigungsmittel. Damit ist nicht nur der Patient entspannter und ruhiger, auch dem Arzt wird dadurch seine Arbeit erleichtert. Ebenfalls positiv ist zu sehen, dass der Patient sich meist nicht an die Einzelheiten der Operation erinnert und sich der Eingriff dadurch nicht auf seine Kooperation bei späteren Eingriffen auswirkt. Zur oralen sedierenden Prämedikation vor einer Anästhesie werden heute fast ausschließlich Benzodiazepine verwendet.
In äußersten Fällen kann das Beruhigungsmittel auch intramuskulär injiziert werden. Durch die entsprechende Dosis kann die Tiefe der Entspannung und der genaue Eintritt der Wirkung festgelegt werden. So bleibt der Patient zwar wach und ansprechbar, aber gleichzeitig so entspannt, dass auch ein längerer Eingriff möglich ist. Während des Eingriffs wird die Herzfrequenz permanent einem Elektrodiagramm, kurz EKG, überwacht.
Anhand einer Messkappe am Zeigefinger des Patienten findet eine weitere Kontrolle des Herz-Kreislaufs-Systems statt. Die Pulsoxymetrie ist ein Verfahren zur Ermittlung der arteriellen Sauerstoffmessung über die Messung der Lichtabsorption beim Durchleuchten der Haut.

Ablauf der Implantation

Um das Implantat letzlich in die entsprechend vorbereitete Knochenhöhle im Kiefer drehen zu können, erfolgt der Ablauf einer Implantation in unterschiedlichen Schritten.

In den meisten Fällen wird die Operation unter örtlicher Betäubung und ambulant durchgeführt, und ist dabei in der Regel schmerzfrei.  Die Schleimhaut wird an der geplanten Stelle zur Seite gelegt und das Implantatbett stufenweise vorbereitet. Um eine Überhitzung des Knochens zu vermeiden wird das Implantat mit geringer Drehzahl des rotierenden Instruments und ständiger Kühlung mit einer Kochsalzlösung eingesetzt. Anschließend wird die Schleimhaut wieder vernäht. Schwellungen und Komplikationen lassen sich mit guter Nachsorge, wie kühlen Umschlägen und eventuell Medikamenten, weitestgehen vermeiden.

Nach 10 Tagen ist die Wundheilung im Normalfall abgeschlossen und die Nähte können wieder entfernt werden. Eine unbelastete Einheilphase, durchschnittlich 2-3 Monate im Unterkiefer und 5-6 Monate im Oberkiefer, schließt sich, abhängig von der Knochenqualität und -dichte, an.

Da das Implantat nach dem Einsetzen in den Knochen in der Regel nicht sichtbar ist und unter der vernähten Schleimhaut einheilen kann, ist das sofortige Einsetzen einer provisorischen herausnehmbaren Prothese möglich, die eine postoperative Schwellung verringert oder gänzlich verhindert. Die Interimsprothese sollte jedoch keinen Druck auf die über dem Implantatpfosten befindliche Schleimhaut ausüben, da hierdurch der Einheilungsprozess gestört werden könnte.

Gerade bei einer dickeren Schleimhaut, sollte eine schon vorher erstellte Folie verwendet werden, anhand derer durch eine Sonde die Implantationsstelle markiert werden kann. Auch beim Freilegen der Implantate kann diese Schablone benutzt werden, um sie schnell zu lokalisieren und mit wenig chirurgischen Aufwand freizulegen.
Auf einem einteiligen Implantat kann die Suprakonstruktion unmittelbar nach der Einheilphase eingegliedert werden. Anders dagegen beim mehrteiligen Implantat. Bei diesem wird nach der Einheilphase das Gewinde wieder freigelegt, die Hals- und Kopfteile eingeschraubt und die Suprakonstruktion gefertigt und eingegliedert.

Verhaltensregeln nach der OP

Sollte eine Narkose eingeplant sein, sollte der Patient mindestens 6 Stunden vor der Operation nichts essen und nichts trinken. Auch auf Kaugummi sollte verzichtet werden, da dadurch die Magensaftproduktion gesteigert wird, und ebenso sollte möglichst nicht geraucht werden. Wird der Eingriff unter örtlicher Betäubung durchgeführt sollte an diesem Tag normal gegessen werden.

Sofern für den Eingriff Medikamente notwendig sind, muss die Einnahme zeitig erfolgen.

Da der Patient nach dem Eingriff selbst nur eingeschränkt am Straßenverkehr teilhaben kann, sollte er zuvor eine Rückfahrmöglichkeit organisiert haben.

Nach dem implantologischen Eingriff sollten die ärztlichen Anweisungen genau eingehalten werden. So muss der Patient ungefähr eine Stunde lang auf einen Tupfer beißen und den Bereich von außen mindestens einen Tag lang kühlen, um eine Schwellung zu vermindern.

In einem Zeitraum von 24 Stunden nach der Operation darf der Patient weder Kaffe, Tee und Alkohol zu sich nehmen, noch rauchen, da die Gefahr einer Nachblutung besteht.
Solange die Betäubung anhält darf außerdem aufgrund der Verletzungsgefahr nicht gegessen werden.

Ebenso streng einzuhalten sind die Hygienemaßnahmen. Hierzu gehört vor allem die dreimal tägliche Mund- und Prothesenreinigung mit spezieller Zahnpasta, wobei der Bereich der Operationsstelle natürlich ausgespart bleiben muss. Nach der Reinigung sollte der Mund klarem Wasser ausgespült und anschließend aufgrund der antibakteriellen Wirkung mit Chlorhexidin-Lösung circa eine Minute lang gespült werden.

Eventuell erforderliche Schmerzmittel sollten nicht auf leeren Magen eingenommen und die Informationen des Beipackzettels beachtet werden.

Komplikationen während der OP

Auch mit sorgfältiger Planung kann es zu Komplikationen während der Operation kommen. Das kann verschiedene Ursachen haben.

1. Nervverletzungen
Im Bereich des Unterkiefers besteht vorwiegend die Gefahr einer Nervenverletzung. . Einen besonderen Risikofaktor bildet der so genannte Alveolarkanal im Unterkieferknochen, in dem neben dem Nerv sowohl Arterie als auch Vene verlaufen. Ein Sicherheitsabstand von 1 bis zwei Millimetern muss eingehalten werden um Gefäßschädigungen zu vermeiden. Durch Zwischenröntgenaufnahmen muss dies kontrolliert werden. Vor der Operation sollte das Knochenangebot, das sich über dem Alveolarkanal befindet, analysiert werden. Eine weitere Sicherheitsmaßnahme ist die Verwendung einer Bohrschablone.
Im Falle einer unvorhergesehenen Kanalöffnung sollte entweder ein kürzeres Implantat verwendet oder die Implantation abgebrochen werden. Sollte das Implantat bereits in den Nervenkanal eingesetzt sein muss es umgehend wieder entfernt werden.
Sollte eine Nervenschädigung eintreten, sollte der Patient an eine Klinik mit kieferchirurgischer Spezialabteilung überwiesen werden, damit eine mikrochirurgische Nervennaht gesetzt werden oder eine primäre Nervenrekonstruktion vorgenommen werden kann.

Das Foramen mentale ist eine Knochenöffnung auf der Außenseite des horizontalen Astes des Unterkiefers im Bereich der kleinen Backenzähne, in dem der Unterkiefernerv aus dem Knochen in das Weichgewebe tritt. Auch hier muss ein Sicherheitsabstand von mindestens 2 Millimetern eingehalten werden, da sich der Verlauf des Nervs nicht eindeutig bestimmen lässt.

Meist ist hinter dem Foramen mentale im zahnlosen Kiefer nur ein unzureichendes Knochenangebot zu finden. Deswegen empfiehlt sich eine präzise Festlegung der Nervaustrittstellen um eine Strukturschädigung zu vermeiden.
Auch eine Nervverlagerung sollte nur in Einzelfällen in Erwägung gezogen werden, da es sogar bei augenscheinlich komplikationslosem Operationsverlauf zu Sensibilitätsausfällen, Gefühlsstörungen in der Lippe, im Kinnbereich und im Unterkieferrandbereich sowie gegebenenfalls sogar zu chronischen Neuralgien, d.h. zu einer schmerzhaften Erkrankung eines Nervs, kommen kann.

Nach der Operation kann es in seltenen Fällen trotz genauer Implantatpositionierung mit dem nötigen Sicherheitsabstand zu Gefühlsstörungen im Bereich des Nervs sowie von Lippe, Kinn und Unterkieferrand kommen. Sie entstehen durch kleine Blutergüsse oder durch vorübergehenden Druck auf den Nervkanal, die nach der Operation meist relativ schnell wieder abgebaut werden.

Wenn der  Nervus lingualis, der Zungennerv, im hinteren Unterkieferabschnitt bei der Vorbereitung des Weichgewebes geschädigt wird, kann dies ebenfalls zu Gefühlsstörungen der Zunge sowie zu gleichzeitigem Geschmacksverlust bzw. Geschmacksbeeinträchtigungen führen. Durch ein schützendes Instrument zwischen dem Unterkiefer und dem Weichteillappen kann eine Schädigung bei der Knochenpräparation verhindert werden.
Durch den Druckanstieg bei einer Blutung im Nervkanal oder in den Weichteilen, kann es zu einer vorübergehenden Kompression des Nervs kommen, auch wenn dieser nicht direkt beschädigt wurde. Wenn die Symptome allerdings eine Verletzung vermuten lassen, muss der Nerv schnellstmöglich dekomprimiert werden.

2. Blutungen
Wie bei jedem chirurgischen Eingriff kann es auch bei Implantationen zu Blutungen kommen, die aus dem Knochenmark, den Weichteilen oder aus verletzten Gefäßen erfolgen.  Letztere lassen sich leicht abbinden oder vernähen.

Ebenso können Blutungen aus dem Knochen, die beim Aufbereiten des Implantatbettes oder beim Abtragen spitz zulaufender Kieferkämme entstehen können, beim Einsetzen des Implantates ohne große Schwierigkeiten gestillt werden. Blutungen außerhalb des Implantatbereiches können mit speziellem Knochenwachs verschlossen oder verbolzt werden.

Wenn keine Arterie, oder andere wichtige anatomischen Strukturen verletzt worden sind, lassen sich Blutungen in der Regel schnell stillen.

Die Verletzung einer Arterie auf der Unterkieferinnenseite, der so genannten Arteria lingualis, kann aber ein besonderer Risikofaktor sein. Durch eine präzise Darstellung der inneren Knochenseite des Kieferfortsatzes lässt sich die Gefahr einer Verletzung durch den Implantatbohrer verringern. Sollte es dennoch zu einer Perforation des Knochens kommen muss das beschädigte Gefäß schnellstmöglich abgebunden werden. Da im äußersten Fall der Mundboden durch die arterielle Blutung stark angehoben werden kann, so dass der Zungengrund nach hinten gedrückt wird und dadurch die Atemwege verlegt werden, ist es das wichtigste zuerst die Atmung zu gewährleisten und anschließend die Blutung zu stillen.
Im Oberkiefer ist die Gefahr einer arteriellen Verletzung dagegen gering. Hier ist nur eine Verletzung der Arteria palatina, einer zwischen der Kieferkammmitte und Gaumenmitte befindlichen Gaumenarterie, möglich. Eine Blutstillung ist problemlos durchführbar. Ebenso können Blutergüsse durch eine Verbandplatte leicht verhindert werden, da bei Blutergüssen die Gefahr einer bakteriellen Infektion besteht.

Sollte der Patient blutverdünnende Medikamente einnehmen, sollte dies zuvor mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden, da dies ebenfalls zur Blutungen während des Eingriffes führen kann.

.Dies gilt auch für Patienten mit erhöhtem Schlaganfalls- und Herzinfarktrisikos, die in vielen Fällen mit Acetylsalicylsäure medikamentös eingestellt sind. Aufgrund der thrombozytenaggregationshemmenden Wirkung des Medikaments weisen diese Patienten eine verstärkte Blutungsneigung auf.

3. Eröffnung der Nasen- und Kieferhöhlen
In vielen Fällen nimmt die Kieferhöhle den Raum der Wurzeln extrahierter Zähne ein, so dass meist nur wenig Knochen für die Implantation vorhanden ist. Durch dieses Phänomen ist der Einsatz der angestrebten Implantatlänge von mindestens 10 Millimetern meist nicht möglich.

Um ein Implantat von hinreichender Länge, d.h. mindestens der Länge der späteren Zahnkrone entsprechend, einzusetzen, sind spezielle Operationsverfahren wie der interne oder laterale Sinuslift notwendig. Bei diesem Eingriff wird der Kieferhöhlenboden operativ angehoben, indem die Schleimhaut vom Knochen abgehoben und der Zwischenraum mit Knochenersatzmaterial oder Knochen aufgefüllt wird. Zuvor sollte jedoch eine Nasennebenhöhlenaufnahme oder eine Untersuchung der Kieferhöhle durch einen Hals-Nasen-Ohrenarzt durchgeführt werden.

Ein Durchbohren des Nasenbodens ist bei der Aufbereitung des Implantatbettes eher unwahrscheinlich, da dieser in der Regel eine starke Struktur aufweist und in dem Bereich genügend Knochenmaterial vorhanden ist.

4. Kieferfrakturen
Ist der Unterkiefer im Bereich des Implantates stark geschrumpft, kann es in Ausnahmefällen beim Einsetzen zu Unterkieferfrakturen kommen. Es ist unwahrscheinlich, aber auch während der Einheilungsphase ist besonders bei durch den gesamten Unterkiefer laufenden Implantaten aufgrund der steigenden Belastung eine Kieferfraktur möglich.

Ist dies doch der Fall muss das Implantat entfernt werden. Der gebrochene Unterkiefer wird durch eine Überbrückung des Bruchspaltes mit Hilfe von Bohrschrauben und Metallplatten behandelt. Nach ungefähr 9 bis 12 Monaten ist eine erneute Implantation möglich.

5. Knochendurchbohrungen (Perforationen)
Perforationen an der Außenseite des Kieferkammes können mit einer Membran oder Knochenersatzmaterial abgedeckt werden. Ist die Perforation im Innenbereich muss das Implantat sofort entfernt werden. In beiden Fällen können bei erneuter Implantation kürzere Implantatkörper benutzt werden.

6. Fehlende Primärstabilität
Grundvoraussetzung für das Verwachsen des Implantats mit dem umgebenden Knochen ist die sofortige Stabilität des Implantats nach dem Einfügen, die Primärstabilität. Ist sie gewährleistet kann das Implantat mit dem Knochen verwachsen, ohne dass das Bindegewebe abgekapselt wird. Falls die Primärstabilität nicht gegeben ist, kann der Knochen nachpräpariert werden oder ein dickeres/ längeres Implantat genutzt werden. Gründe für eine unzureichende Primärstabilität können unter anderem eine schlechte Zentrierung des Implantates, eine zu hohe Bohrerdrehzahl und Überhitzung, oder eine ungünstige Knochenqualität sein.

Wenn das Implantat nach dem Einsetzen beweglich ist, sollte es im Normalfall entfernt werden, da eine Einheilung eher unwahrscheinlich ist.

7. Verletzung von Nachbarzähnen im teilbezahnten Kiefer
Da die Nachbarwurzeln in einer engen Lagebeziehung liegen,  kann es bei der Versorgung einzelner Zahnlücken zu einer Beschädigung der Wurzeln kommen, was über eine längere Zeit hin zum Verlust weiterer Zähne führen kann.

Es empfiehlt sich zuvor eine präzise röntgenologische Bestimmung des Knochenangebotes und röntgenologische Zwischenaufnahmen, um eine solche Verletzung zu vermeiden. Auch eine Implantatschablone und das Anzeichnen der Längsachsen der Nachbarzahnkronen ist empfehlenswert.

Sollten Schmerzen mit der Schädigung auftreten ist eine Wurzelkanalbehandlung notwendig. Um den beschädigten Zahn zu erhalten muss eventuell die Wurzelspitze entfernt werden, die Wurzelspitzenresektion.

Komplikationen nach der OP

1. Infektionen
Da Infektionen von Schmerzen, Wundsekret und Schwellungen begleitet werden und eine Diagnose so nicht schwer fällt, sind sie nach einer implantologischen Operation eher unwahrscheinlich.

Durch eine Nahtentfernung im infizierten Bereich, oder eine tägliche Spülung mit desinfizierenden Mitteln, lassen sich Wundinfektionen und Heilungsstörungen behandeln.
Sehr selten kommt es zu einer Entzündung des Knochens, die eine weitere umfangreiche chirurgische Maßnahme notwendig machen würde.

Sollte sich eine Entzündung durch Fieber oder geschwollene Lymphknoten im Hals- und Kieferbereich zeigen, muss diese mit Antibiotika kuriert werden.

2. Blutungen
Wenn die Wunde gut vernäht wurde, ist die Gefahr einer postoperativen Blutung sehr gering.

Sollte es dennoch zu einer solchen Blutung kommen, lässt sie sich mit einer Kompresse mit Verbandsplatte oder einem Druckverband stillen. Eventuell sind zusätzliche Nähte oder Kälteapplikationen von Nöten.

Grund für eine Blutung können aber auch blutverdünnende Medikamente wie Heparin, Marcumar oder Aspirin sein. Deswegen muss schon vor der Operation dem behandelnden Arzt die Art und die Dosierung der Medikamente mitgeteilt werden.

3. Blutergüsse (Hämatome)
Durch unzureichende Blutstillung, Kompression auf das Operationsgebiet oder fehlende Kühlung können Blutergüsse nach der Operation entstehen. Diese müssen, da sie das Risiko einer Infektion maximieren, geöffnet und abgesaugt werden. In Einzelfällen ist auch die Einnahme von Antibiotika nicht ausgeschlossen.

4. Schwellungen (Ödeme)
Ein möglichst kurzer und schonender Eingriff ist erstrebenswert, da mit steigender Dauer der Operation auch die Wahrscheinlichkeit einer Ödembildung erhöht wird. Ebenso hilfreich ist die lokale Anwendung von Kälteapplikationen. Zudem ist eine Einnahme von Arnica für einen Zeitraum von mehreren Tagen vor und nach der Operation zu empfehlen, um einer Schwellung vorzusorgen.

Es kann bei einer ausgeprägten Schwellung zur so genannten Nahtdehiszenz, einer Öffnung der Wunde, kommen, die eigentlich harmlos, für den Patienten zumeist jedoch besorgniserregend und unangenehm ist. Ein Zusammennähen sollte jedoch nicht erneut stattfinden, auch wenn der Knochen dadurch minimal freigelegt wird. Die Wunde sollte nur regelmäßig mit einer desinfizierenden Lösung gesäubert werden.

5. Schmerzen
Im Regelfall bestehen nur am Tag der Operation Schmerzen in ungefähr der Intensität wie nach einer normalen Zahnentfernung. Mit angebrachten Schmerzmitteln lassen sie sich lindern, doch sollte beachtet werden, dass die meisten schmerzlindernden Mittel die Knochenheilung und den Knochenstoffwechsel negativ beeinflussen.

Auch Medikamente wie Aspirin oder Dolomo, die die Blutgerinnung beeinträchtigen, sollten nicht verabreicht werden.

Wenn auch noch Tage nach der Operation starke Schmerzen vorhanden sein sollten, weist dies auf Druck des Implantats auf den Nervkanal, oder eine Knochenentzündung hin. Sollte dies der Fall sein muss das Implantat schnellst möglich entfernt und gegebenenfalls eine Antibiotika Einnahme begonnen werden.

6. Implantatlockerung
Ist in den ersten Wochen nach der Operation eine Lockerung des Implantats festzustellen, liegt die Ursache zumeist in einer ungenügenden Bearbeitung des Implantatbettes. Gründe dafür sind beispielsweise eine erhöhte Hitzeentwicklung des Bohrers, unzureichende Kühlung, eine überhöhte Drehgeschwindigkeit oder überhöhter Druck.

Eine Hitzeentwicklung im Knochen führt zum Absterben und zum Auflösen des Knochens, der das Implantat umgibt.

Eine Schädigung des Implantatbettes lässt sich trotz schonender Knochenbearbeitung nie vollständig ausschließen. Nicht immer ist sie auf eine ungenügende Behandlung zurückzuführen. Denn teilweise sind auch die erheblichen Knochenumbauvorgänge daran beteiligt.

Um den Knochendefekt möglichst minimal zu halten, sollte das Implantat in jedem Fall entnommen und nach Abheilung der Knochenwunde erneut eingesetzt werden. Normalerweise ist dies nach circa 6 bis 12 Wochen der Fall.

Modellanalyse

Für jede Implantation ist eine Modellanalyse erforderlich, um über die Beziehung der Kiefer zueinander und somit über den Umfang der erforderlichen Prothese unter Berücksichtigung einer optimalen Bisshöhe und -Lage bescheid zu wissen. Auch die Neigung und Lage der Implantatachsen lassen sich im Modell analysieren.

Ein Gesichtsbogen, ein Gerät, das die Lage des Oberkiefers im Verhältnis zum Kiefergelenk aufzeichnet und diese Parameter in einen so genannten Artikulator überträgt, ist unverzichtbar, um die gesamte Kiefersituation zu übertragen. Es bestimmt die Lage des Oberkiefers im Verhältnis zum Kiefergelenk und simuliert gleichzeitig die Kiefergelenksbewegungen.

Eine weitere Maßnahme ist die Bissnahme. Sie dient zur Bestimmung der dreidimensionalen Lagebeziehung von Ober- und Unterkiefer.

Anhand dieser Maßnahmen lässt sich die implantologische Maßnahme präzise planen.

Mit Hilfe zweier Alginatabdrücke, die mit Gips ausgefüllt werden, werden Kiefermodelle hergestellt, die dem einfachen Ausmessen des horizontalen Knochendurchmessers und der Herstellung von Röntgenmessschablonen zur Berechnung der Knochenhöhe im Implantationsbereich dienen. So lassen sich auch Implantatbohrschablonen herstellen.

Wenn Ober- und Unterkiefer, aufgrund geschrumpfter Kieferkämme, zu weit auseinander liegen, kann es sein, dass die Planung von äußerst langen Brückenanker oder Kronen von Nöten ist, um eine optimale Kontaktbeziehung zu gewährleisten. Die ungünstigen Hebelwirkungen, die hieraus resultieren können, sollen durch eine Verblockung der Kronen, oder eine Erhöhung der Implantatanzahl ausgeglichen werden.

Navigationstechnik

Mit Hilfe der Computertomografie (CT) und digitaler Orthopantomogramme (OPG) lassen sich alle relevanten Bereiche des Kiefers darstellen und analysieren, was für eine gewissenhafte Planung unabdingbar ist. Denn der Erfolg einer Implantation und die anschließende Versorgung hängt von eben jener ab.

Die gewonnenen Computerdaten garantieren ein präzises Einsetzen der Implantate. Die so genannte Navigationstechnik ermöglicht es die implantologische Planung 1:1 während des Eingriffs umzusetzen.  Hierbei lassen sich sowohl die Verletzung empfindlicher Nervgefäße als auch bei ausreichendem Knochenangebot ein Aufschneiden des Kieferkamms oder eine Aufklappung der Schleimhaut zum Einsetzen des Implantats vermeiden.

Durch eine rotierende Schleimhautstanze aus der Navigationstechnologie wird der Eingriffsbereich von Weichgewebe befreit. Eine schnellere Abheilung und eine Verringerung des postoperativen Wundschmerzes werden dadurch erreicht.

Eine verbesserte Präzision und eine verbesserte Sicherheit bei der Vorbereitung des Implantatbettes und eine Optimierung der prothetischen Ausrichtung und Belastung der Implantate zählen zu den Vorteilen der Navigationstechnik.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Navigationstechnologie eine hervorragende Orientierung in anatomisch komplexen Bereichen mit der Möglichkeit einer sicheren Schonung von Risikostrukturen darbringt und demzufolge die weiter anfallenden Kosten für die CT- oder OPG-Aufnahme und die für eine genaue Bohrerführung notwendige Navigationsschiene rechtfertigt.

Interimsprothese

Eine Interimsprothese – auch Übergangsprothese oder provisorische Prothese – ist ein Ersatz für fehlende Zähne und soll den Zeitraum zwischen der Zahnentfernung und der endgültigen Versorgung überbrücken. Auch ist diese Zeit zur Einheilung des Implantates und zur Herstellung der Prothese notwendig. Dabei stehen bei der Übergangsprothese weniger der Erhalt des Kauvermögens, als eine Verbesserung der Ästhetik und der Sprachbildung im Vordergrund. Ein weiterer Grund könnte aber auch das Offenhalten von Zahnlücken sein, um ein verwachsen der Nachbarzähne zu verhindern.

Bereits bei der Planung der implantologischen Maßnahme sollte geklärt werden, ob eine provisorische Versorgung vor der endgültigen Prothese erfolgen soll.

Im Regelfall ist die provisorische Prothese einfach aufgebaut und besteht im Großteil aus einer Kunststoffbasis, aus Stahldraht gebogenen Halteelementen und den zu ersetzenden Zähnen. Dabei handelt es sich entweder um einfache Prothesen mit Kunststoffzähnen und gebogenen Klammern oder um eine Modellgussprothese mit passgenauen, gegossenen Klammern. Letztere werden auf anhand der Kieferabformung auf einem Gipsmodell hergestellt.

Die provisorische Prothese sollte jedoch nicht länger als nötig getragen werden, da die nicht abgestützte Konstruktion bei längerer Tragezeit den Kieferknochen schädigen kann. Ebenso können die Halteelemente zu Schädigungen an den benachbarten Haltezähnen führen.

Wenn die angrenzenden Nachbarzähne zur Lücke nachher überkront werden sollen, kann eine provisorisch festsitzende Kunststoffbrücke für die gesamte Einheilzeit eingesetzt werden. Um die Einheilung des Implantats nicht zu gefährden, sollte generell darauf geachtet werden, dass die Interimsprothese nicht direkt auf der Schleimhaut aufliegt.

Röntgenanalyse

Die Röntgenanalyse ermöglicht es pathologische Veränderungen im Knochenbereich der Restbezahnung, sowie unklare Strukturen oder verhandene Wurzelreste und verlagerte Zähne zu erkennen. Ebenso können das vorhandene Knochenangebot beurteilt und die Implantatachsen festgelegt werden.

Die Röntgenanalyse erfolgt anhand eines Einzelbildes oder Fernröntgenseitenbildes, einer Unterkieferaufbissaufnahme, einer Spiraltomographie oder eines Computertomogramms, sowie einer Panoramaschichtaufnahme, auch Orthopantomogramm (OPG) genannt.
Letzteres befähigt zu einem Panoramabild des Kiefers und des senkrechten Knochenangebotes im Implantatbereich und somit zu Erkenntnissen über den Platzbedarf in Längsrichtung des Kiefers zur Festlegung der notwendigen Anzahl ab Implantaten. Das OPG liegt meist in einem Vergrößerungsfaktor von 1:1,25 bis 1:1,3.

Mit Hilfe des OPGs und der Verwendung einer transparenten Implantatschablone mit dem Vergrößerungsfaktors des Röntgengerätes, kann die passende Implantatlänge bestimmt werden. Die Knochenzone sollte zwischen zwei nebeneinander liegenden Implantaten 2 bis 3 Millimeter bemessen, sowie 1,5 bis 2 Millimeter zwischen der Nachbarwurzel und dem Implantat.

Übersichtsaufnahmen eignen sich nicht um die Knochenbreite zu bestimmen. Digitale Röntgenbilder, von Bildbearbeitungsprogrammen dagegen machen eine präzise Implantatplanung möglich.

Unterkieferbissaufnahme
Unterkieferbissaufnahmen ermöglichen eine Lokalisierung von Zysten oder Speichelsteinen, sowie eine Analyse unklarer Strukturen im Knochen oder im Weichgewebe. Über die Knochenbreite können jedoch keine Erkenntnisse gewonnen werden, weswegen dieses Verfahren lediglich als Ergänzung der Röntgendiagnostik bei unklaren pathologischen Veränderungen geeignet ist.

Röntgeneinzelbild
Durch Röntgeneinzelbilder lassen sich detaillierte Erkenntnisse über Wurzel- oder paradontale Erkrankungen, Strukturveränderungen des Knochens und andere krankhafte Veränderungen gewinnen. Außerdem erhält man Informationen über die Nachbarzähne, defekte Füllungen und eventuell vorhandenen Karies. Eine 1:1-Übertragung mit Hilfe der Einzelbilder ermöglichen sowohl die sogenannte Rechtwinkeltechnik als auch die Paralleltechnik, die im Idealfall identische Aufnahmen erzeugen sollten.

Eine noch genauere Analyse und damit eine exaktere Berechnung der Implantatlänge, wird durch den Einsatz eines zusätzlichen röntgenologischen Millimeterrasters ermöglicht.

Fernröntgenseitenbild
Das Fernröntgenseitenbild ist nicht so geeignet wie das Orthopantomogramm, da sich die linke und rechte knöcherne Gesichtshälfte überlagern, wodurch es zu Doppelkonturen kommt, doch ermöglicht es eine Beurteilung der Verschiebung des Unterkiefers und Oberkiefers zu einander und zusätzlich der Weichteile ( Lippenhöhe, Lippenschluss und Lippenposition zu einander).

Im Bereich der Gesichtsmittellinie können die Breite des Kieferknochens im Oberkieferfrontbereich und die Knochenhöhe im zahnlosen Unterkiefer ermittelt werden und somit die Neigung der Implantatachse festgelegt werden.

Vorwiegend kommt das Fernröntgenseitenbild beim zahnlosen Kiefer zur Bestimmung der Knochenbreite im Frontzahnbereich sowie zur Festlegung der Lagebeziehung von Unter- und Oberkiefer zu einander zum Einsatz.